| |
Die Gemeinde Gogolin.
Lage: im nord-östlichen Teil der Gemeinde Krappitz, 15 km südlich von Opole/Oppeln, 175 m ü.d.M.; bei der direkten Ausfahrt von der Autobahn A4 und an der Woiewodschaftsstraße Nr. 409 der Strecke Strzelce Opolskie /Groß Strehlitz/ – Prudnik /Neustadt/. Durch Gogolin verläuft auch die Hauptverkehrslinie der Strecke Kraków /Krakau/ – Wrocław /Breslau/ – Szczecin /Stettin/. In Zukunft wird der Flughafen in Kamien Śląski /Groß Stein in Betrieb gesetzt. Nachbargemeinden: Krapkowice /Krappitz/, Tarnów Opolski /Tarnau/, Strzelce Opolskie /Groß Strehlitz/ und Zdzieszowice /Deschowitz/. Verwaltungszusammensetzung: - die Stadt Gogolin /mit den administrativ eingegliederten ehemaligen Dörfern Strzebniów (Berchtoldsdorf) und Karłubiec (Karlshorst)/ und 9 Schulzenämter: Chorula /Steinfurt/, Dąbrówka /Eichtal/, Górażdże /Waldenstein/, Kamień Śląski /Groß Stein/, Kamionek /Klein Stein/, Malnia /Odergrund/, Obrowiec /Oberwitz/, Odrowąż /Oderhöh/ und Zakrzów /Rosengrund/. Fläche: 101 km2 Zahl der Einwohner: 12 653 Einwohner, darunter 6 494 wohnen in der Stadt. Die durchschnittliche Besiedlungsdichte beträgt 125 Personen pro km2.
Sehens- und Besuchenswert...
«» Das Dorf Zakrzów / Rosengrund
Der Weg aus Jasiona/Eschendorf/ führt uns ins nahegelegene Zakrzów/Rosengrund, das zusammen mit der benachbarten Dąbrówka/Eichtal zu der Pfarrgemeinde Jasiona Eschendorf/ /Gemeinde Zdzieszowice(Deschowitz)/ gehört, verwaltungsmäßig aber zur Gemeinde Gogolin. Das erste mal wurde es im Jahre 1398 als Zackraw erwähnt, also als ein Ort hinter einem Gebüsch /kierz = krzak /Gebüsch, Zakrzów/ Über eine lange Zeit war sie ein Rittersitz. An der Kreuzung im Dorf sollte man nach links abbiegen und in die Gegend des Dorfteiches fahren, wo sich die Schlossruinen aus der Hälfte des XVIII, Jhd. befinden. Bis 1945 gehörte das Gebiet des Herrengutes zusammen mit den Kalköfen der Familie Madelung, deren Gruft sich im Wald hinter dem Dorf befindet. Man kann auch bei der kleinen Kapelle des hl. Hiazynt /hl. Jacek/aus dem XIX. Jhd. anhalten.
«» Das Dorf Dąbrówka/Klein Eichen Die Gemeindestraße fahren wir in das kleinste Dorf in der Gemeinde Gogolin – in die nahegelegene Dąbrówka/Klein Eichen. Man kommt hier auch die Straße aus Strzelce Opolskie/Groß Strehlitz oder Gogolin. Wahrscheinlich war das ein mal ein nicht zu großer Ort, dicht mit Eichen bewachsen, deshalb leitet man den Ortsnamen von dem Wort dąbrówka, d.h. Eichenwald, Günsel. Das erste mal wurde ihr Bestehen als Dambrowcam im Jahre 1361 notiert. Interessant ist, dass lange Jahre das Dorf der Pfarrgemeinde Wysoka bei Annaberg angehörte. Der Schutzpatron des Dorfes war seit immer der hl. Johannes Nepomuk. Zu deren Ehren baute man in den 30-er Jahren des XX. Jhd. eine kleine Kapelle, an der wir an der linken Seite vorbei kommen, wenn wir den Weg aus Jasiona/Eschendorf fahren. An der rechten Seite, vor der Kreuzung mit der Woiewodschaftsstraße Strzelce Opolskie /Groß Strehlitz/ – Prudnik /Neustadt/, in einer kleinen Kapelle auf privatem Grundstück kann man die Figur des tschechischen Heiligen bemerken. An der Abzweigung biegen wir links ab in Richtung Gogolin. Vor der Bushaltestelle an der rechten Seite begrüßt uns eine viereckige Säulenkapelle vom schwedischen Typ aus der Zeit des 30-jährigen Krieges, mit den Bildern der vier Heiligen, u.a. der hl. Anna Selbsdritt. Gleich hinter der Bushaltestelle biegen wir nach rechts ab und fahren den Feldweg, der nach Kamionka/Klein Stein führt. Wir kommen zum Wald, hier lassen wir unser Fahrzeug, weil wir den Rest der Strecke durch den Wald zu Fuß gehen müssen. Wir gehen einen schmalen, steilen Weg und kommen zur der größten Erhöhung in der Gemeinde Gogolin Zakrzowska Szpica genannt, in Form eines 5 m hohen Steinturms. Er liegt 256 m. ü.d.M und ist ein wunderbarer Aussichtspunkt auf die ganze Gemeinde, und bei guten Wetterbedingungen sogar auf das Troppauer Bergland. Wie eine der Legenden besagt, ist dieser Steinturm der Überrest nach einem Schloss, dessen Besitzer ein sehr reicher aber auch geiziger Herr war, der einen sehr liederlichen Lebenswandel führte. Eines Tages gab es auf dem Schloss eine Feier. Rundherum hörte man Musik und Gesang. Da ging an dem Schloss ein Wanderer – Bettler vorbei, vielleicht war das auch ein Pilger, der zu der Geburtsstätte des hl. Hiazynt in Kamień Śląski/Groß Stein pilgerte. Erschöpft vom heißen Tag klopfte er an das Schlosstor und bat um ein Stück Brot und Schutz vor dem sich nähernden Gewitter. Er bekam nichts, er wurde noch mit den Hunden gehetzt. Der verbitterte Bettler verfluchte den Herren und sein ganzes Vermögen. Aber bald siegte die Gerechtigkeit. Am gleichen Tag schlug ein Feuerblitz in das Schloss ein und sofort ist es unter der Erde versunken. Ringsherum blieben nur herumgeschmissene Steinbrocken und der Spitzturm aus Stein. Keiner konnte sich retten. Nach einiger Zeit zeigten sich in ihrer Nähe rätselhafte Geisterbilder – „eine weiße Dame“ und ein schwarzer Hund, der im Maul zwei glühende Schlossschlüssel hielt. /Manche Versionen dieser Legende sagen, dass es „eine schwarze Dame“ gab/. Die hiesigen Menschen mieden diesen Ort von Weitem. Ab und zu zeigte sich der Hund im Wald dem Jäger Jarosz, aber als der ihn töten wollte, hat ihm das Gewähr, obwohl es los ging, nichts angetan. “Die „weiße Dame“ traf genau zur Mittagszeit eine Einwohnerin von Kamien Slaski/Groß Stein - Frau Juraszek, als sie im Wald Beeren sammelte. Das Gespenst hat der entsetzten Frau den Weg versperrt, und bat sie um ein tägliches Gebet für sie, das sie in den Ruinen des verfluchten Schlosses abhalten sollte. Sie hat der Alten versprochen, dass sie ihr die Mühe der nächtlichen Ausflüge auf die Spitze belohnen wird. Die fromme Frau erfüllte eifrig die Bitte der „weißen Dame“. Obwohl sie schon alt war, ging sie jeden Tag um Mitternacht auf die Zakrzowska Spitze und bat Gott um Verzeihung des Unrechts, das der Schlossbesitzer den Menschen angetan hat. So geschah es auch - die Ehefrau des Habgierigen wurde von dem Fluch befreit. Als Belohnung sagte die „weiße Dame“ der Alten ihr Todesdatum voraus. Diese fromme und ehrliche Frau nahm diese Nachricht mit Demut an. Genau in einem Jahr fühlte sich Frau Juraszek schwach und legte sich ins Bett. Da zeigte sich ihr dieser schwarze Hund mit dem offenen Maul und den klingelnden Schlüsseln. Der Hund sprach mit menschlicher Stimme und wollte, dass Frau Juraszek auch ihn vom Fluch befreien soll. Die alte Frau erschrak so, dass sie bald starb. Und was passierte mit dem Gutsherrn, der in einen Hund verwandelt wurde? Er soll weiter durch den Wald schlendern. Gemäß der Legende kann er einmal in hundert Jahren jemanden um Erlösung bitten. Letztens haben ihn während des Kriegszustandes die Soldaten, die den Flughafen in Kamień Śląski/Groß Stein beschützen, gesehen. Einer der Soldaten starb angeblich an Herzinfarkt und ein paar wurden im Schockzustand ins Krankenhaus gebracht. Bis heute ist der Berg Spitze mit großem Geheimnis umhüllt. Wie die Legende sagt, befindet sich im Keller des zerfallenen Schlosses ein unterirdischer Durchgang in Richtung Dąbrówka/Eichtal, der bei der Straße von Gogolin nach Strzelce Opolskie/Groß Strehlitz endet. Wahrscheinlich wurde er von den Räubern, die der Schlossbesitzer einstellte, benutzt. Sie haben die Kaufleute, die auf dieser Route wanderten, bestohlen und sind mit der Beute in unterirdischen Gängen, die zum damaligen Schloss führten, verschwunden.
«» Das Dorf Kamionek/ Klein Stein
Von dem Ort Berg Spitza bezaubert, holen wir unser Auto und fahren geradeaus ca. 2 km. Bald kommen wir in das Dorf Kamionek/Klein Stein, das erste Mal im Jahre 1571 als Kamenekh im Dokument des Oppelner Fürsten Jan Dobry erwähnt, als ein Dorf, das den Zehnten für die Kollegiatkirche des hl. Kreuzes in Opole/Oppeln /der heutige Dom/ zahlte. Später im Jahre 1845 registrierte man den Namen Mały Kamień oder Kamionek. Man vermutet, dass es auf Gegensätzlichkeit zum dem großen Nachbardorf Kamień Wielki/Groß Cammin gebaut wurde. Nach Kamionek/Klein Stein führt auch die die Kreisstraße, die Gogolin mit Tarnów Opolski/Tarnau verbindet. Man sollte dann an der Kreuzung von der Hauptstraße nach rechts abbiegen und in das Dorf reinfahren. Wenn wir die Zakrzowskastr. fahren, biegen wir an der zweiten Kreuzung nach rechts ab und fahren weiter einen Steinwürfelweg. Wir kommen in eine unbebaute Zone. Bald kommen zu einer Kreuzung. Hier biegen wir nach links ab und kommen zu einem Marmorkreuz mit einem kleinen Kreuzbild. An dieser Stelle stand ein mal ein Holzkreuz mit einem auf Blech gemalten gekreuzigten Jesus. Als das Holzkreuz verfaulte, haben die Landwirte aus Kamionek/Klein Stein ein neues Marmorkreuz gestiftet. Von da aus gehen wir nach links ins Dorfzentrum. Hier befindet sich ein Teich mit einem legendären Brunnen in der Mitte, und nicht weit eine Kapelle der Muttergottes der Immerwährenden Hilfe aus dem Jahre 1937, die den Einwohnern als Glockenturm diente. Sie stand an Stelle der alten Barockkapelle zu Ehren der Mutter Gottes. Eigenartig für diese Kapelle sind: das Bild der Mutter Gottes aus Piekary, eine barock-ländliche Holzskulptur des hl. Johannes Nepomuk, eine Herz-Jesu-Figur aus Gips und ein in den 50-er Jahren entstandener Tragaltar mit dem Bild des hl. Jacek im Hintergrund des brennenden Kiew und auf der Hinterseite befindet sich ein Bild der Mutter Gottes aus Fatima. Im Jahre 2003 haben die Einwohner das Aussehen und die Ausstattung der Kapelle völlig verändert.
Das älteste Denkmal in Kamionek/Klein Stein ist jedoch der alte Brunnen, der sich auf der Halbinsel mitten im Teich befindet. Aus diesem Brunnen haben die Einwohner Jahrhunderte lang Trinkwasser geschöpft. Mit diesem Brunnen ist auch eine Legende verbunden. Während des Tatarenüberfalls im XIII. Jhd. wollten die Einwohner von Kamionek/Klein Stein nicht, dass sich die Feinde länger im Dorf aufhielten. Deshalb haben sie den Brunnen mit einem großen Kalkstein zugedeckt, und haben den Tataren gesagt, dass sie das Wasser aus der weitentfernten Oder schöpfen. Das hat die Eindringlinge sehr verärgert, deshalb haben sie an den Einwohnern Rache genommen, indem sie ihre Häuser verbrannten und sie töteten. Als in das Dorf neue Einsiedler kamen, wussten sie nicht von der Existenz des alten Brunnens. Eines heißen Sommers fehlte das Wasser im hiesigen Teich. Die Menschen mussten es aus Kamień bringen und für das Vieh bis aus der Oder. Die verzweifelten Einwohner suchten Rat bei den Franziskanern auf dem St. Annaberg. Die haben ihnen geraten, sie sollen mit einer Bittprozession zum wunderbaren Brunnen und zur Mutter Gottes Pilgerkirche in Ujazd/Bischofstal gehen um da um das Wasser bitten. An diesem Tag, als die einen zu dieser Pilgerstätte gingen, gruben die anderen den angetrockneten Schlamm aus dem Teich aus. Sie haben den vorbeigehenden Schornsteinfeger überredet, ihnen zu helfen. Als er das erste mal mit der Keilhaue schlug, hörte man ein stummes Geräusch. Alle fingen da an zu graben. Bald kamen sie an den riesigen Kalkstein. Als sie ihn zur Seite schoben, sahen sie einen Brunnen mit dem lebenspendenden Wasser. Die Freude war groß. Seit dieser Zeit, jedes Jahr am 02. Juli gehen die Einwohner von Kamionek zur einer Dankes-Wallfahrt nach Studzionka/Brunnenkolonie bei Ujazd/Bischofstal. In der Mitte des Dorfes bei der Szkolnastr. in einer Nische eines Privatgrundstücks befindet sich eine Kapelle, früher mit einer Mutter Gottes Figur, jetzt mit einem Kreuz mit der Jesusfigur.
Man kann auch das alte Schulgebäude bewundern, nach deren Schließung es in das „St. Barbara“ Seniorenheim umgebaut wurde. An der Biegung der Straße aus Kamionek/Klein Stein und Gogolin nach Kamień, auf einem Platz vor dem Wald, kann man das Bild des hl. Josephs, das ein Dächlein bedeckt und auf einem Holzpostament steht, sehen. Früher stand es bei dem Feldweg nach Górażdże/Waldenstein. Dort wurde im Jahre 1945, als die russische Armee Gogolin und die nahegelegenen Dörfer befreit hatte, ein Einwohner von Kamionek/Klein Stein - Józef Mertas von den Russen brutal ermordet. /ihm wurden die Augen ausgestochen/. Nach dem Krieg, wegen der Exploatation der Steinbrüche in Górażdże/Waldenstein und der Waldrodung, wurde der hl. Joseph auf die jetzige Stelle gebracht. Interessant erscheint das im Garten eines privaten Grundstücks an der Polnastr., bei der Biegung von der Gogolinskastr., aufgestellte niedrige Dankeskreuz aus Holz aus dem Jahre 1970.
«» Das Dorf Kamień Śląski / Groß Stein Aus dem Dorf Kamionek/Klein Stein ist es nicht mehr weit nach Groß Stein. Hier kann man entweder durch eine Waldstraße, die nach der Ausfahrt aus dem Wald in eine schöne Kastanienallee entlang der Schlossmauer übergeht, oder auf die Straße Gogolin – Tarnów Opolski /Tarnau zurückkehren und nach rechts abbiegen. Das Dorf erreichen wir auch mit dem Zug der Strecke Opole /Oppeln/ – Strzelce Opolskie/Groß Strehlitz. Da der Bahnhof sich nicht weit von Otmice/Ottmütz befindet /Gemeinde Izbicko (Stubendorf)/ muss man eine weite Strecke ca. 3 km durch den Wald gehen, um ins Zentrum von Kamień Śląski/Groß Stein zu gelangen. Es ist ohne Zweifel, dass es die älteste Ortschaft in der Gemeinde Gogolin ist. Das erste mal wurde sie in der Polnischen Kronik von Gall Anonim erwähnt, wegen dem Aufenthalt des Prinzen Bolesław Krzywousty /Boleslaus Schiefmund/ in Groß Stein im Jahre 1104. Groß Stein war damals im Besitz des reichen und ehrwürdigen Geschlechtes Odrowąż, die aus dem hiesigen schlesischen Rittertum stammen. Sie haben den Prinzen bewirtet.
Der Ortsname ist mit der Gestaltung oder mit dem Unterholz des Gebietes verbunden. Deswegen wird sie von dem Wort Stein d.h. steiniger Ort abgeleitet. Der natürliche Grundrohstoff ist hier der Kalkstein. Die erste offizielle Eintragung stammt aus dem Jahre 1335 als Camen. Es gibt jedoch Hinweise, dass diese Siedlung schon eher existiert hat. Die deutschen Quellen aus dem XIX. Jhd. geben an, dass die Ortschaft auch die Namen Wielki Kamień /Gross Stein/ und Kamień /Stein/ trug. Das bestätigen die ältesten Einwohner, die bis heute ihr Dorf Kamion, nach Kamion nennen. Nach dem II. Weltkrieg kam noch zu dem Namen die Adjektivbezeichnung Śląski /Schlesisch/, die die Region aufzeigt, in der diese Ortschaft liegt. Man tat es, um die gleichnamigen Ortschaften auseinander halten zu können.
 
Wenn wir in das Dorf hereinfahren, schlagen wir vor, die Besichtigung vom Schloss-Park-Komplex, also dem Schloss – Geburtsort des hl. Hyazint aus dem Geschlecht Odrowąż, zu beginnen. Vor dem Einfahrtstor , auf der rechten Seite befindet sich ein Monument gewidmet den Opfern des I. und II. Weltkrieges mit den Nachnamen der Bewohner von Kamień und Kamionek /Groß und Klein Stein/, die während der beiden Kriege gefallen sind. Er wurde 1989 auf der Stelle des nach dem Kriege abgeschafften Denkmals für die im I. Weltkrieg gefallenen Einwohner von Kamionek/Klein Stein aufgestellt. Auf dem Schlossplatz kann man der Schönheit des Schlosses nicht widerstehen, dessen jetziges Gebäude aus dem XVII. und XVIII. Jhd. stammt, also aus der Zeit der Regierung des Geschlechts von Larisch und von Strachwitz. Die Anfänge des Schlosses gehen auf XII Jhd. zurück, als es noch im Besitz der Familie Odrowąż war. Hier wurden geboren und verbrachten ihre Kindheit der hl. Jacek /1183-1257/ und der seliggesprochene Czeslaw /1175 – 1240/ und Bronislawa /1200-1259/. Seit 1361 wechselte das Schloss seine Besitzer: zuerst wurde er Eigentum des Ritters Thomas aus Kamień, später des Adelsgeschlechts von Mikołaj Strzała /seit 1591/, dem Besitzer von Groß Strehlitz und seiner Erben: Jan Bess, Mikołaj und Piotr von Rokowsky, Waclaw von Kaldenborn. Im Jahre 1660 wurde es von dem wahrscheinlich aus Irland stammenden Geschlecht von Larisch erworben. Das Schloss wurde in ein Palais umgebaut, man baute eine Schlosskapelle des hl. Hiazynt mit Treppen von Außen zu. Es begann die Blütezeit für Kamień. Die letzten Besitzer von Kamień war die Familie von Strachwitz, die mit der Familie von Larisch verschwägert war. Seit 1808 regierte der Graf Hiacyntus von Strachwitz und seine Nachkommen bis zum II. Weltkrieg das Gut Kamień, das auf die ganze Gegend erstrahlte. 1944 wurde im Schloss ein Krankenhaus eingerichtet, und 1945 wurde es ausgeraubt, die Kapelle wurde in Brand gesetzt. In dem vor Flammen geretteten Schloss wurde ein Kinderheim eingerichtet. Als in den 50-er Jahren des XX. Jhd. der naheliegende ehemalige deutsche Flughafen ausgebaut wurde, wurde das Kinderheim aufgelöst und das Schloss wurde in ein Militärobjekt umwandelt, im dem das sowjetische Militär residiert hatte. Das Schloss wurde weiter verwüstet, was vom Brand im Mai 1970 noch bekräftigt wurde. Er war wahrscheinlich eine Brandstiftung, weil das Militär die hiesige Feuerwehr nicht zum Löschen des Brandes zugelassen hat. Das Feuer verwüstete alles. Es schien, als ob das Schloss nie seine Schönheit zurückbekäme. Es wurde aber anders. Dank dem Oppelner Erzbischof Alfons Nossol kaufte die Diözesekurie in Oppeln das Objekt mit dem Park. Dank der Unterstützung der Stiftung für Deutsch –Polnische Zusammenarbeit und vieler Sponsoren wurde das Schloss binnen 4 Jahren restauriert. Hier bildete man das Informations-Wissenschaftliche Zentrum der Theologischen Fakultät der Oppelner Universität, das Bußandachtzentrum für Geistliche und Gläubige, ein Konferenz-Schulungszentrum mit einer Hotel-gastronomischen Basis. Die Wirtschafts- und Hofgebäude wurden renoviert, sie dienen als Übernachtungsmöglichkeit. Der Park mit seinem alten Baumbestand wurde zu seiner früheren Schönheit gebracht. Der alte Teich wurde auch bewirtschaftet. Seit dieser Zeit erstrahlt Kamien wieder, in das Sanktuarium des hl. Hiazynt, so wie früher, pilgern Menschen aus der ganzen Gegend /vor allem zu Ablassfeiern, die am Sonntag nach dem 17. August statt finden/.
 Man soll in das Innere des Schlosses reinschauen und in der hl. Hiazynt Kapelle anhalten, zu der eine Treppe führt. Das jetzige Aussehen knüpft an den gesamten Stil des Schloss-Park –Komplex. Ihr Ausstattung bildet ein Rokoko-Altar mit der Figuer des hl. Hiazynt, der aus Siestrzychowice bei Nysa/Neisse herbeigeführt wurde. Der hl. Hiazynt hält in einer Hand die Monstranz, in der anderen eine Figur der hl. Mutter Gottes. Wie die Legende sagt, musste der hl. Hiazynt aus Kiew vor den Tataren fliehen. Er nahm die Monstranz mit sich, um sie vor Schändigungen zu schützen. Da hörte er eine Stimme: Hiazynt, du nimmst den Sohn, und die Mutter lässt du...... Er nahm die Figur der hl. Mutter Gottes mit, die obwohl aus Stein gar nicht so schwer war. Auf den Seiten befinden sich die Figuren der seliggesprochenen: Czeslaw /der Schutzpatron von Breslau/ und Bronislawa / Prämonstratenserin aus Krakau/. Alle drei Gestalten verbindet die Herkunft aus dem bekannten altertümlichen Geschlecht Odrowąż. Im Jahre 2001 kaufte die Diözesekurie auch die Vorwerkgebäude an /Wagenschuppen, Stall, Scheune/, die umgebaut wurden und als Touristik-Erholungs-Rehabilitations Basis Sebastianeum Silesiacum dienen. Es wurde im Jahre 2005 zum Gebrauch abgegeben. Die Spezialität dieses modernen, vielseitigen Zentrums mit Rehabilitationsschwimmbädern ist die Hydrotherapie mit der Methode nach dem Pfarrer Sebastian Kneipp, d.h. Wasserheilbehandlungen mit vielen physiotherapeutischen Behandlungen. In Zukunft entsteht hier auch ein Arboretum d.h. ein botanischer Garten. Von großem Vorteil ist ein großer Konferenzsaal und die neue Kapelle des hl. Sebastian für die Kurgäste und Touristen, die für ca. 100 Personen Platz bieten. Hier in dem balneologischen Sanatorium wird nicht nur der Körper, sondern auch der Geist geheilt. An das Schloss-Park-Komplex grenzt der ehemals deutscher Flughafen, das in Zukunft ein sprichwörtliches „Fenster auf die Welt“ sein kann. Es ist optimistisch, dass ein privater Investor seine Betriebsetzung ankündet, zuerst für die Segelflugzeuge und kleine Flieger, und später für dauerhafte Verbindungen mit dem Inn- und Ausland. Auf dem Gelände des Flughafens, das reich an Xerothermpflanzen ist, möchte die Polnische Gesellschaft für Umweltschutz Salamandra und die Oppelner Gesellschaft zum Schutz des Stoberauer Landschaftspark BIOS die Population der Zieselmäuse, die nach dem II. Weltkrieg ausgestorben sind, wiederherstellen. Wenn wir den Schloss-Park-Komplex verlassen und hinter seinen Zaun fahren , stoßen wir auf das Denkmal, dass an die Auszeichnung für das Dorf Kamień Śląski im Jahre 2000 im Europäischen Wettbewerb der Erneuerung des Dorfes erinnert. Darüber informiert auch eine Inschrift mit dem Logo des Wettbewerbes auf der Wand eines Gebäudes an der rechten Seite. Nachdem wir an dem erneuerten Teich im Dorf vorbeigehen – ehemals Brandkessel – kommen wir zu der Figur des hl. Johannes Nepomuk mit der Wappenkartusche des bekannten Geschlechts an der Säule, die 1784 durch Baltazar von Larisch erbaut wurde. Diese Figur befindet sich in der Nähe der Gemeindekirche, jetzt hl. Hiazynt und der seliggesprochenen Czeslaus und Bronislawa Kirche aus der ersten Hälfte des XVII. Jhd. Die ersten Überlieferungen über die Kirche stammen aus dem Jahre 1335. Wahrscheinlich in der Zeit des 30-jährigen Krieges verbrannte die kleine Holzkirche. Der damalige Besitzer von Kamień - Mikołaj von Rokowsky hat in der ersten Hälfte der 60-er Jahre des XVII Jhd. eine gemauerte Kirche gebaut. Wie die glaubhaften Quellen angeben. wurden die Schutzpatrone dieser Kirche: Urban und Hedwig, festgehalten auf den Glasmalereien der gemauerten Kirche. Sie wurde gründlich in den Jahren 1908-1909 umgebaut. Aus der alten Kirche blieb nur das Presbyterium. Eine besondere Aufmerksamkeit dient der barocken Skulptur der hl. Barbara aus der Hälfte des XVIII. Jhd. und der Rokoko- Skulptur des hl. Johannes Nepomuk. Sehenswert sind auch die Marmorepitaphyen von Ludwik Hiazynt von Larisch und seiner Frau Sophia, die an der Wand in der Nähe des linken Altars angebracht wurden. An jeder befinden sich die Wappenkartuschen und die Portraits der Verstorbenen, aufgezeichnet auf einem Blech. Die restlichen Epitaphyen informieren über die Begräbnisse der Familienmitglieder von Strachwitz, der letzten Besitzer von Kamień, in der Kirchenkrypta unter dem Presbyterium. Rund um die Kirche befindet sich eine Kalkmauer mit Nischen für die Kreuzwegstationen. Bemerkenswert ist auch das Steinkreuz auf dem Kirchenplatz, nicht weit vom Haupttor. Es wurde im Jahre 1889 von den Einwohnern von Kamień erbaut, um das Goldene Priesterjubiläum von Pfarrer Joseph Scholtyssek zu feiern, des Autors der deutschsprachigen Chronik von Gross Stein, eines sehr geschätzten Pfarrers. An das Kreuz wurde eine zweisprachige Erinnerungsgedenktafel angebracht, die nach 1945 von den Einwohnern abgenommen und versteckt wurde, aus Angst vor Vernichtung wegen der deutschen Innschrift. Heute kann man sie in der Kirche an der linken Seite bewundern; sie wurde dort vom Pfarrer Rufin Grzesiek eingemauert, damit alle Menschen den jahrelangen und sehr klugen Pfarrer in Erinnerung behalten. An der linken Seite der Kirche befindet sich die alte Pfarrei, die an der Stelle der alten 1912 gebaut wurde. Gegenüber befindet sich ein Stall aus dem Jahre 1854, der renoviert wurde und als Kirchensäle, Fittnesräume und ein Unterhaltungsraum angeeignet wurde. Den viereckigen Hof schließt eine Scheune aus dem Jahre 1806. Im Sommer kann hier jeder kostenlos den Sport- und Erholungskomplex nutzen /Tennisplatz, Fuß- und Handballplatz, Laufbahn, Spielplatz für Kinder, usw./, der in den Jahren 1997-1998 am Gelände des Pfarrei-Obstgartens erbaut wurde. Man kann auch das Freibad bei der Schule nutzen.
Im Zentrum des Dorfes auf dem Plac Myśliwca /Jägerplatz/ sollte man an einem riesigen Felsstein anhalten, um den es eine rätselhafte Legende gibt. Der Legende nach soll er vom Teufel selbst hierher ins Dorf gebracht werden. In Wirklichkeit ist es den Naturkräften vor 400 000 Jahren zuzuschreiben, als ein riesiges Inlandeis aus Skandinavien mit sich das wunderbare Prachtstück in den nahegelegenen Wald brachte. Von da wurde er in das Dorf 1980 gebracht. Wegen seiner Größe wurde er als unbelebtes Naturdenkmal anerkannt. Gegenüber dem Felsenstein, über der Informationstafel, befindet sich eine Aufschrift, die erinnert, dass Kamień Śląski/Groß Stein auch den Titel Das schönste Oppelner Dorf erwarb. Wenn man die Hauptstraße in Richtung Izbicko/Stubendorf fährt, stoßen wir bei der Abzweigung des hl. Hiazynt und des seliggesprochenen Czeslaw auf die alte Kapelle aus der Zeit der Schwedischen Flut. Wahrscheinlich wurde sie von der Familie Konieczny erbaut, um an den dort ermordeten Soldaten zu gedenken. Von der Hauptstraße biegen wir in die Wapienna Str. ein. Am Anfang kommen wir an einem fast hundert Jahre alten Straßenkreuz vorbei, das ein mal aus Holz war. Bei den Gebeten um gute Ernte während der Kreuztage wurde hier eine Bittandacht zum hl. Markus um gute Ernte gefeiert. Das Kreuz wurde 1971 renoviert. Jetzt ist es gemauert und den Vorbeifahrenden kann eine Innschrift bedenklich machen: Barmherziger Jesus, rette meine Seele. Wenn wir weiter die Wapienna Str. gehen, und später durch die Feldwege, kommen wir zu einem Kalkstein-Abbau. Das Erzeugnis dieses Steinbruches sind sog. Schichten des grau-gelben oder cremfarbigen Karchowitzer Kalksteins. Von da aus gehen wir den Steinbruch entlang auf die neue Straße nach Tarnow Opolski./Tarnau. Vom weitem ist der alte Friedhof zu sehen – hier wurden alle Einwohner von Kamien begraben, die an einer Cholera-Epidemie, die im Jahre 1874 wütete, verstorben sind. Aus Sicherheitsgründen wurde er ziemlich weit vom Dorf angelegt.
Wenn wir die alte Straße in Richtung Klasztorna Str. zurückgehen, kommen wir zu einer Kreuzung, biegen nach rechts in die Polna Str. ein und später nach links in die Ligonia Str. Nach ca. 200 m fahren wir rechts. Dort beginnt ein Feldweg, der uns bis zu den alten, außer Betrieb gesetzten Kalköfen, die sich an der Straße nach Gogolin und Opole/Oppeln befinden, führt. Unterwegs gehen wir an einer kleinen Kapelle, die dem Herzen Jesus gewidmet ist, vorbei – es ist eine Danksagung der Bauern für die reiche Ernte. Endlich kommen wir zu dem alten, Außerbetrieb gesetzten Ofen, der Cygar genannt wird. Genauso wie die anderen Öfen, so diente auch er im XVIII. und XIX. Jhd. zum Kalkausbrennen im industriellen Ausmaß. Wenn man an dieser Stelle ist, sollte man auch das Naturschutzgebiet Kamień Ślaski/Groß Stein /gegründet nach dem I. Weltkrieg zu wissenschaftlichen Zwecken/ besichtigen, d.h. den Mischwald, der sich auf einer Fläche von 13, 7 ha zwischen Kamień und Górażdże/Waldenstein ausbreitet. Seine Einzigartigkeit sind die unter Schutz stehende Eberesche Brekini und die zwei Eichen. Unter Schutz stehen auch manche Gattungen des Unterwuchses, so wie die Maiglöckchen, Mutterkornpilz, Waldmeister und Efeu.
«» Die Stadt Gogolin Aus Kamień Śląski/Groß Stein fahren wir in die ziemlich junge Stadt Gogolin. Man kann hierher von der Seite aus Krapkowice/Krappitz oder Strzelce Opolskie/Groß Strehlitz, aus Obrowiec/Oberwitz oder mit dem Zug der Strecke Opole/Oppeln/- Gogolin- Kędzierzyn /Kandrzin/ kommen. Historisch gesehen ist das eine sehr alte Siedlung. Die durchgeführten archäologischen Untersuchungen bestätigen, dass die Anfänge dieser Siedlung auf diesem Gebiet schon in der Jungsteinzeit /4000-1800 v.Ch./ begonnen haben und waren später mit der Lausitzer und Römischen Kultur verbunden. Die geschriebene Geschichte der Stadt Gogolin beginnt im Jahre 1223, als das erste mal diese Ortschaft als Gogolino in der Urkunde des Breslauer Bischofs Wawrzyniec erwähnt wurde. Es gibt paar Hypothesen zur Entstehung des Ortsnamen. Sie wird vom Eigennamen Gogol /bekannt schon 1136/, abgeleitet vom altpolnischen und in Dialekt bekannten Wort gogol, d.h. einer Wildgansart. Gemäß der alten hiesigen Tradition – verbindet man den Ortsnamen mit den Hagedorn-Sträuchern, die sehr oft auf diesem Gebiet wuchsen.
Mehrere Jahrhunderte war Gogolin eine kleine landwirtschaftliche Siedlung. Deshalb wurde ihr Schutzpatron der hl. Urban. Ende des XIII. Jhd. gehörte Gogolin zur fürstlichen Ausstattung des Zisterzienserklosters in Jemielnica/Himmelwitz. Während des 30-jährigen Krieges, kaufte im Jahre 1634 Gogolin und Strzebniów/Berchtoldsdorf das Adelsgeschlecht Gaschin, die diese an ihre eher angekauften Güter in Zyrowa/Buchenhöh abgliederten. Die neuen Besitzer ließen sich als gute Wirte kennen lernen – sie bauten Mühlen, legten Bauernhöfe an, u.a. die Kolonie Wygoda und das Vorwerk Leopoldowiec an der Straße nach Obrowiec/Oberwitz. Beide Dörfer waren ihr Eigentum bis zum Jahre 1852. Später waren sie im Besitz der Adelsfamilien: von Nostitz, von Hatzfeld-Schönstein, und am Anfang des XX. Jhd. waren sie Eigentum der Familie Francken-Sierstorpff - Eigentümer des Palais in Zyrowa/Buchenhöh. Anfang des XIX. Jhd. begann für Gogolin die wirtschaftliche Entwicklung. Darüber haben zwei wichtige, mit der industriellen Revolution in Europa verbundene Ereignisse entschieden: Förderung des hiesigen Rofstoffes – Kalkstein und der Bau der zwei Bahnstrecken: 1845 der Strecke Wroclaw/ Breslau/ - Kędzierzyn/Kandrzin/ – Królewska Huta/heute Chorzów - Königshütte/ und im Jahre 1898 Gogolin Prudnik (Neustadt) /Ende des XX. Jhd. wurde diese Strecke nicht mehr rentabel und sie wurde geschlossen/. Deshalb bildet der Bahnhofplatz gegenüber dem Bahnhof mit dem aus dieser Zeit stammenden Bahnhofgebäude aus roter Ziegel das Zentrum der Stadt. Die Ortschaft wurde damals zum wichtigen Verkehrszentrum. Daran erinnert der alte Lokomotivschuppen, jetzt erneut und als Handelspassage bestimmt.
In dieser Zeit kam es zur schnellen Entwicklung der Kalkindustrie, es wurden die ersten Ring-Kalköfen gebaut /im Jahre 1845 waren es 46, und im Jahre 1864 blieben nur 29/, sog. Kalkbrennerei, in der man im XIX. Jhd. Kalk brannte. Die Überreste der Öfen kann kam leicht an der rechten Seite der Strzelecka Str. bemerken. Diese Art von Relikten können wir auch an der Krótka Str., Ligonia Str., Powstańców Śląskich Str. und Podleśna Str. antreffen. An der Ausfahrt aus Gogolin nach Górażdże /Waldenstein/ an der Ligonia Str. sind die Ruinen einer holländischen Windmühle aus der Hälfte des XIX. Jhd. sehenswert. Im Jahre 1899 begann das städtische Krankenhaus, erbaut durch die Boromeus Nonnen, zu funktionieren. Das Krankenhaus wurde Ende der 90-er Jahre des XX. Jhd. aufgelöst.
Wegen der ökonomischen Entwicklung Gogolins stieg die Zahl seiner Einwohner und so entstand die geistige Notwendigkeit des Baues einer Kirche. Deshalb bauten die Katholiken in den Jahren 1899-1901 an der Strzelecka Str. die Herz Jesus Kirche. Dieses über hundert Jahre altes sakrale Objekt wurde aus roten Ziegeln im neugotischen Stil dank des Pfarrers aus Otmet/Ottmuth Schöbel und des gogoliner Arztes Dr. Bruno Hampel erbaut / früher gehörte Gogolin zu der Gemeinde Otmęt (Ottmuth)/. Erst im Jahre 1925 wurde in die Kirche ein Alter hereingestellt – ein Polyptychon angefertigt durch die Neisser Handwerker im neugotischen Stil. Die Kirchenglocken wurden zwei mal zu Kriegszwecken weggenommen. Sie erklangen wieder im Jahre 1958, als der Pfarrer Stanislaw Schulz sie das dritte mal kaufte. Bemerkenswert ist auch das Pfarrhaus im westfälischen Stil aus dem Jahre 1907. Da die Bauherren der Kalköfen meistens Deutsche evangelischer Konfession waren , baute man in den Jahren 1908-1909 an der Strzelecka Str. eine kleine evangelische Kirche aus Kalkstein. Heute ist es die Perle der Gogoliner Architektur. Diese Kirche im Vergleich zu den katholischen Bauten zeichnet sich durch eine Schlichtheit und Einfachheit des hellen Inneren aus. In der Nähe wurde auch eine evangelische Schule erbaut, von der es heute keine Spuren mehr gibt. An dieser Stelle befindet sich heute ein Kindergarten. Um die Wende des XIX. und XX. Jhd. lebten in Gogolin auch die Juden. Davon zeugt der jüdische Friedhof - ein Symbol der Multikulturität des Landes, angelegt neben dem christlichen Friedhof Ende des XIX. Jhd. Um dorthin zu kommen, muss man hinter der evangelischen Kirche nach rechts abbiegen. Er zählt um die 100 Gräber mit 50 Denkmälern mit Innschriften in hebräischer und deutscher Sprache. Das älteste Denkmal stammt aus dem Jahre 1852, und das letzte Begräbnis fand im Jahre 1932 statt. Wenn man weiter die Wyzwolenia Str. geht, kommt man zum Schulgebäude, in dem sich eine Regionalstube mit vielen interessanten Ausstellungen befindet, die gemäß der schlesischen Tradition eingerichtet wurde. Man sollte auch an der Kamienna Str. vorbeisehen und zum Kapelle-Glockenturm aus dem XIX. Jhd., der eine wichtige Rolle spielte in der Zeit als Karłubiec/Karlshorst ein Dorf war und keine Kirche besaß. Es ist ohne Zweifel, dass einen negativen Einfluss auf die Entwicklung der Kalkindustrie in Gogolin und in der Umgebung der I. Weltkrieg hatte. /1914-1918/. Damals kam es zu einer langjährigen wirtschaftlichen Stagnation. Im großen Maße hatten darauf auch die politischen Unruhen einen Einfluss, deren Höhepunkt der III. Schlesische Aufstand war. Die Ereignisse des II. Weltkrieges haben auch Gogolin nicht verschont. Es gab viele Opfer, sowohl an der Kriegsfront wie auch im Jahre 1945 als nach Gogolin das russische Militär reinkam. Über die dramatischen Ereignisse dieser Zeit informieren eine Steinplatte an einem Gebäude auf der Strzelecka Str., die den am 29. Januar tragisch verstorbenen Einwohnern gedenkt /darunter waren auch 2 Geistliche: Pfarrer Józef Bieniossek und Pfarrer Eryk Schewior/ und ein Holzkreuz. Bis 1955 gehörte der Ort der Strehlitzer Gemeinde an, später zur Gemeinde Krappitz. Im Jahre 1958, nach der Eingliederung der Dörfer Strzebniów/Berchtoldsdorf und Karłubiec/Karlshorst wurde Gogolin eine Siedlung, im Jahre 1967 erhielt Gogolin die Stadtrechte. Daran erinnert das einzige in Polen und vielleicht in Europa Denkmal der Karolinka und Karlik – der Hauptfiguren eines schlesischen Heimatliedes, das wir am Bahnhofplatz bewundern können, enthüllt am 28.05.1967. Sein Schöpfer war der Oppelner Künstler und Bildhauer Tadeusz Wencel. Dieses Monument hat einen symbolischen Wert, deshalb ist es ein Element im Stadtwappen der fast 40-jährigen Stadt. In den Jahren 1985-1987 aus Initiative des Pfarrers in Otmęt/Ottmuth/, Franciszek Dusza, haben die Gläubigen im Stadtteil Karłubiec/Karlshorst die hl. Anna und hl. Joachim Kirche gebaut. Nach der politischen Transformation , in den Jahren 1990-2004 war Gogolin der Sitz der Hauptverwaltung der Deutschen Minderheit d.h. des Deutschen Freundschaftskreises in Oppelner Schlesien. Wenn wir weiter Richtung Krapkowice/Krappitz fahren wird unsere Aufmerksamkeit auf einen renovierten Feuerwehrwagen aus dem letzten Jahrhundert gelenkt /ausgeliehen von der Feuerwehr in Zakrzow (Rosengrund)/, er steht vor dem Gebäude der Feuerwehr, in der Nachbarschaft des Gebäudes des Gogoliner Amtes. In der Nähe von Gogolin gibt es noch einen schönen Ort, der bemerkenswert ist. Auf den sumpfigen Wiesen hinter Wygoda d.h. zwischen Gogolin und Otmęt/Ottmuth am Feld , in der Nähe des naheliegenden Kieferwaldes, steht eine kleine Mutter Gottes Kapelle mit einer wunderbaren Quelle in ihrem Inneren. Hierher kann man aus Gogolin die Bagienna Str. kommen. Dieses 200 Jahre alte Denkmal ist an der rechten Seite der Strecke Kędzierzyn /Kandrzin/ - Krapkowice /Krappitz/ gut zu sehen, in der Nähe der Abfahrt nach Krapkowice /Krappitz/-Otmęt und auf die Autobahn A-4. Diese kleine, wegen ihrer Wunder bekannte, Kapelle wurde von der Familie von Gaschin im Jahre 1801 erbaut, als in den Jahren 1634-1852 Gogolin zusammen mit Strzebniów/Berchtoldsdorf dem Adelsgeschlecht aus Żyrowa/Buchenöh gehörte. In dieser Zeit, Anfang des XIX. Jhd. haben die Gaschins die Kolonie Wygoda und das Vorwerk Leopoldowiec gegründet, die bis heute noch existieren. Den mündlichen Überlieferungen nach , hatte die Tochter der Gaschins ihr Augenlicht wieder erhalten, obwohl die Ärzte ihr keine Hoffnung auf Genesung gaben. Es gibt zwei Versionen dieser Legende. Die eine besagt, dass eines Tages auf den Herrenhof eine alte Frau kam, die der Mutter des Kindes sagte, dass sie in der Nacht zu den Moorsümpfen gehen muss und dort die wunderbare Quelle suchen soll. Wenn sie sie findet, soll sie da Wasser holen und dem Kind damit die Augen waschen. Nach wochenlanger Suche hat die Gräfin die Quelle gefunden, sie tat so, wie die alte Frau ihr sagte und es geschah ein Wunder – ihre Tochter hat das Augenlicht wieder erlangt. Die zweite Legende sagt, dass in einer Nacht die Gräfin von einer sumpfigen Wiese mit einer Quelle träumte, von der sie Wasser holte und der Tochter damit die kranken Augen wusch. Morgens, als sie aufwachte, fuhr sie mit der kleinen Gräfin zu der Quelle. Als sie ihr die Augen wusch, konnte die Kleine wieder sehen. Eine erlösende Wirkung des Quellenwassers spürte auch der Pfarrer Dr. Karol Nawa aus Zakrzów/Rosengrund. Er wurde in der I. Hälfte des vorigen Jahrhundert geboren als eines der 14 Kinder der armen Familie Nawa. Karol war sehr klug und schön, aber er war blind. Seine Großmutter ging mit dem kleinen Jungen zu der Mutter Gottes Kapelle, um da um die Sehkraft für den Jungen zu beten. Als sie laut mit dem Enkel beteten, hat sie das Wasser in die Hände genommen und seine Augen gewaschen. Nach einer Weile sagte Karol zu seiner Großmutter, sie solle ihn lassen und nicht an den Händen halten, weil er schon alles sehe. Als Dank für das erhaltene Augenlicht trat der Junge, als er älter wurde, in ein Priesterseminar ein und im Jahre 1940 wurde er zum Priester geweiht. Bis zum heutigen Tag dient er treu Gott und den Menschen. An den Tagen, wo die Kapelle geschlossen ist, baute man für die Touristen einen Brunnen aus runden Balken, damit jeder dieses wunderbare Wasser schöpfen kann. Rund um die Kapelle auf den nassen Wiesen gibt es sonderbare Pflanzenarten zu sehen, wie z.B. Knabenkraut, Davall Riedgras, Loesel Glanzkraut.
«» Das Dorf Obrowiec/Oberwitz
 Aus Gogolin sollte man nach Obrowiec/Oberwitz fahren. Auf dem Weg kann man die kleine Kapelle mit der Figur der Mutter Gottes ansehen, die 1933 auf privatem Gelände auf Wygoda als Ehrung für die Gefallenen im I. Weltkrieg erbaut wurde. Von da aus ist es nicht mehr weit zu dem alten Dorf Obrowiec/Oberwitz an der Oder, das an der Strecke Krapkowice /Krappitz/ - Kędzierzyn /Kandrzin/ und auf dem alten Handelsweg aus Opole/Oppeln nach Koźle/Cosel liegt. Wegen der vor und nach dem II. Weltkrieg geführten archäologischen Untersuchungen hat man festgestellt, dass die Spuren der Ansiedlung bis in die Neusteinzeit /von ca. 4000 – 1800 Jahren v.Ch/ und die Zeit der römischen Einflüsse reichen. Die erste Erwähnung über das Dorf - nach Jozef Szulc, dem Autor der Monografie über Obrowiec/Oberwitz – stammt aus dem Jahre 1352. In einem päpstlichen Dokument, ausgegeben in Avignon erteilt Papst Klemens VI. die Erlaubnis für die materielle Sicherung in der Breslauer Diözese für Mikolaj aus Obrowiec (Oberwitz) /Nicolao de Oberbicz/ . Die Etymologie des Namens wird mit dem legenderen Nest der Räuber auf dem Tempelberg verbunden, die die Händler überfielen und ihnen die Waren raubten. Daher nannte man die Stelle Obrabowiec /berauben/ und von diesem Wort sollte man den heutigen Ortsnamen ableiten. Später wurde das Dorf als Obrowitz /1454/ notiert, Obrowcze /1491/, aus Obrowem /1506/, Oberwitz /1936/. Manche leiten ihre Abstammung von dem Eigennamen Obr, verbunden mit dem altpolnischen Wort obrzyn d.h. olbrzym /Riese/ . Die jahrelangen Besitzer von Obrowiec/Oberwitz, seit dem XV. Jhd., war das Geschlecht Strzała. Später überging das Dorf in die Hände der Familien: von Päckler, der Grafen von Gesler und anderen. Die letzten Besitzer des Schlosses, verbrannt im Jahre 1945, waren der Major Justin von Korn und seine Ehefrau Vera geb. Raczek. Ein interessanter Platz ist der schon erwähnte Tempelberg /gegründet durch die Templer, wahrscheinlich wir die Schlösser in Otmęt /Ottmuth/, Rogów Opolski /Rogau/ und Krapkowice(Krappitz)/, eine alte große Burg an der Oder in Form einer Erdekuppe bis 4 m Höhe, umringt von einem breiten Festungsgraben. Wahrscheinlich befand sich hier eine Wachstelle, die den günstigen Weg für die Kaufmänner durch die Oder auf dem alten Handelsweg von Strzelce Opolskie/Groß Strehlitz/ bis Glogówek/Oberglogau/ geschützt hatte. Nicht weit von hier befindet sich Ciecieszonka – eine Mohr- und Sumpfstelle. Wie die Forscher feststellten, soll sich hier ein Massengrab befinden, ca. 300 Schweden, geschlagen von den Soldaten des Kaisers während des 3ß-jährigen Krieges /1618/1648/. Manche behaupten, dass es sich hier nicht um die Schweden handelt, sondern um einen Teil der Truppen des protestantischen Führer Mansfeld, der damals in dieser Gegend weilte. Ein sehr interessantes architektonisches Objekt in Obrowiec/Oberwitz ist die hl. Johannes der Täufer neugotische Kirche, erbaut auf dem Feld der Familie Kaszur in den Jahren 1869-1884. Früher gingen die Gläubigen in die Gemeindekirche in Jasiona/Eschendorf. Auf dem Gebiet der Pfarrgemeinde in Obrowiec/Oberwitz stoßen wir auf 2 gemauerte Kapellen, 4 Wegkreuze oder heilige Bilder, die an mehreren Stellen an Bäumen oder Straßenmasten hängen und an die tragischen Ereignisse der Vergangenheit erinnern. Ein interessanter Platz, der das komplizierte Schicksal der Bewohner dieses Landes zeigt, ist der Friedhof aus dem Jahre 1903, angelegt hinter dem Dorf über dem Überschwemmungsgelände / trotzdem wurde er 1997 teilweise überschwemmt/. Hier kann man auf Denkmäler der Verstorbenen vor und nach dem II. Weltkrieg stoßen, und darunter auf eine Eisengusstafel mit der Innschrift Russ./ischer/ Soldat Michael Dudkin 1889-1918, ein Grab der hiesigen Aufständler gefallen während des III. Schlesischen Aufstandes, ein großes Grabmal mit der Innschrift: Polegli w II wojnie światowej /Gefallen im II. Weltkrieg/ /Mit den Nachnamen 5 Männer, die im Jahre 1945 aus Händen der sowjetischen Soldaten gefallen sind/. Am Friedhof wurden auch die Überreste des Rechtsanwaltes Adam Kudrisch begraben, eines Deutschen, der im Konzentrationslager in Dachau 1942 verstorben ist. Hier befindet sich auch das Grab von Jozef Dudek /22 Jahre alt/, der als Soldat der Fliegerabwehrkanonen /Flak/ im Jahre 1944 während des Fliegerangriffes der amerikanischen Armee in Saarbrücken gefallen ist.
«» Das Dorf Odrowąż/Oderhöh
Aus Obrowiec/Oberwitz kommen wir durch Krapkowice/Krappitz - Otmęt/Ottmuth, entlang der Siedlung Sady, und weiter durch den Wald in das kleine Dorf Odrowąż/Oderhöh. Der Name wurde das erste Mal im Jahre 1292 als Odrvesz oder im Jahre 1845 als Oderwanz erwähnt. Wenn wir aus dem Wald raus kommen fahren wir die Wiejska Str. ins Dorfzentrum. Unterwegs kommen wir an einem privaten Steinkreuz für die Opfer des I. Weltkrieges, später an einer Säulenkapelle mit rechteckigen Nischen, in denen sich Bilder der Heiligen befinden. Sie wurde in der Hälfte des XIX. erbaut. Wir kommen ins Zentrum des Dorfes. Hier befindet sich eine zweistöckige kleine Kapelle des hl. Urban /der Schutzpatron von Odrowąż/ aus dem Jahre 1841, aufgestellt an der Stelle der alten, funktionierenden seit 1776, als der alte Graf Karl Ludwig von Larisch die deutschen Kolonisten hierher überführte und die Kolonie Oderwanz d.h. Odrowąż gründete. Eine lokale Tradition ist eine Bittprozession um gute Ernte zu Ehren des hl. Urban. Bis zum Jahre 1981 gehörte das Dorf zur Pfarrgemeinde in Otmęt/Ottmuth, jetzt gehört sie zu Malnia/Odergrund. Gegenüber der kleinen Kapelle befindet sich ein Denkmal, gewidmet den Einwohnern von Odrowąż/Oderhöh, die während der beiden Kriege gefallen sind. Bis 1945 befand sich in Odrowąż/Oderhöh an der Oder eine Flusswerft, die der Familie Gabor gehörte. Damals war das Leben und die Existenz mit dem Fluss Oder verbunden. Fast in jeder Familie gab es die sog. Łodziorze, d.h. die Barkenbesitzer, die Kohle, Zement oder Getreide nach Breslau, Berlin und sogar nach Hamburg fuhren. Es gab auch die sog. Mataczkorze, die die Waren manchmal bis nach Szczecin/Stettin mit sog. Mataczki d.h. mit Holzflößen beförderten.
«» Das Dorf Malnia/Odergrund Wenn man von Odrowąż/Oderhöh raus fährt, biegen wir nach rechts und fahren weiter durch eine Rampenbrücke über der Autobahn, und weiter die Straße 409 in Richtung Opole/Oppeln. Hier begrüßt uns das Dorf Malnia/Odergrund. Den ursprünglichen Namen des Dorfs Malna notierte man schon um das Jahr 1300. Die archäologischen Untersuchungen weisen darauf hin, dass die Ansiedlung schon in den Zeiten der römischen Einflüsse bestand. In der Bulle des Papstes Bonifazius VIII. /1302/ wurde der Dorfname als Malne, die einen Zehnten für das Zisterzienserkloster in Jemielnica/Himmelwitz zahlt, erwähnt. Der jetzige Name Malnia zeigte sich schon im Jahre 1679 und ist mit der Pflanzenwelt verbunden. Sie stammt von den Himbeersträuchern /Himbeere – malina/, die hier in der Gegend wuchsen.
Auf einem kleinen Hügel steht die Kirche der Kreuzerhöhung. Es ist ein Komplex zweier Objekte, gelegen einer auf dem anderen. Die untere Kirche wurde in den Jahren 1976-1978 dank den Bemühungen des Pfarrers aus Otmęt/Ottmuth, Franciszek Dusza, gebaut. Aus der höchsten Erhebung hat man Kalkstein gefördert und in der entstandenen Höhle die Kirche eingemauert. Die obere Kirche ist eine nachprotestantische kleine Holzkirche des hl. Franziskus, erbaut in Kostów/Kostau bei Kluczbork/Kreuzburg in den Jahren 1801-1804. Als sie nach dem Jahr 1965 durch die evangelische Gemeinde verlassen wurde, hat man sich entschieden sie 1977 auseinender zu nehmen, nach Malnia/Odegrund zu bringen und wieder zu rekonstruieren. Den Kirchplatz schmückt auch eine Grotte des Mutter Gottes aus Fatima und ein gemauerter Glockenturm mit drei Glocken. Gleich neben der Kirche befinden sich zwei kleine Kapellen: die erste - der Allerheiligen, und die zweite - gewidmet dem aus Malnia stammenden selig gesprochenen Jozef Cebula /1902-1941/, dem Märtyrer des Konzentrationslagers in Mautthausen, selig gesprochen durch den Papst Johannes Paul II. im Jahre 1999.
  Wenn man die Odrzanska Str. entlang geht, kommt man an einer Miniatur der Kirche in Malnia/Odergrund vorbei, und hinter ihr an einem Denkmal, gewidmet den Einwohnern von Malnia/Odergrund, die während der beiden Weltkriege gefallen sind. Bald kommen wir zu der Kapelle der Mariä Himmelfahrt /1902/. In ihrem Turm hat man eine kleine Glocke angebracht, die sich einmal auf einer Holzsäule an dieser Stelle befand und den Tod an kündigte oder zum Ave-Maria läutete. Nicht weit von hier befindet sich das Familienhaus des Seligen Jozef Cebula. Wenn man aus der Odrzanska Str. rausfährt, biegt man nach links ab. An der Kreuzung der Straßen Opolska und Kamienna steht ein Dankeskreuz mit einer Figur der Mutter Gottes aus dem Jahre 1902. Im Wald neben der Straße nach Górażdże/Waldenstein stoßen wir bei dem Grundbesitz der Familie Kubiczek auf die Maria-Schnee-Kapelle.
«» Das Dorf Chorula/Steinfurt
Wenn man die Straße aus Otmęt/Ottmuth nach Opole/Oppeln fährt, kommen wir in das Dorf Chorula/Steinfurt, das erst seit 1973 zu der Gemeinde Gogolin gehört. Hier kann man durch die Straße von der Seite von Górażdże/Waldenstein kommen. Die reichen archäologischen Ausgrabungen /Überreste nach einer Siedlung und Friedhof der Lausitzer Kultur/ bestätigen, dass die Zeit der Entstehung der Gemeinde auf das X. Jhd. zurück zu führen ist. Offiziell wurde das Dorf mit diesem Namen in dem „Buch der Gehälter der Breslauer Bischöfe“ im Jahre 1300 wegen der Bezahlung des Zehnten erwähnt. Manche Quellen geben ihre erste Eintragung aus dem Jahre 1306 als Chorulla villa an, abgeleitet vom altpolnischen Frauennamen Chorula/Choruła. Im zentralen Punkt des Dorfes befand sich bis 1945 ein altes Schloss /aus dem Jahre 1684/ mit einem Landschaftspark, Vorwerk, einer Windmühle und Kalkofen. Heute gibt es davon keine Spuren mehr, es blieb nur ein Teil der Mauer, die den Herrenhof umringte, auch ein Vorwerk- und Parkkomplex aus dem Ende des XIX. Jhd. In der Mitte des Dorfes steht eine Kapelle-Glockenturm der Heiligen Dreifaltigkeit. Daneben befindet sich ein kleiner Friedhof aus dem XVIII./XIX. Jhd. Unter den zahlreichen Gräbern ist das Grab von Konstanty Josek – einem schlesischen Aufständler aus dem Jahre 1921 bemerkenswert. Man sollte seinen Geist in der vor über 20 Jahren neu erbauten Dreifaltigkeitskirche /1983-1985/ stärken. Den Gründungsstein unter diese Kirche weihte am 26. Juni 1983 der jetzige Papst Benedikt XVI /Kardinal Joseph Ratzinger – der damalige Präfekt der Glaubenskongregation in Rom/. Darüber informiert eine Tafel, feierlich an die Kirchenwand im Mai 2005 angebracht.
«» Das Dorf Górażdże/Waldenstein
Aus Chorula/Steinfurt ist es nicht mehr weit bis nach Górażdże/Waldenstein. Bis hierher kann man die Kreisstraße von der Seite aus Gogolin oder mit dem Zug der Strecke Opole/Oppeln- Kędzierzyn/Kandrzin kommen. Das erste mal wurde der Name des Dorfes im Jahre 1297 in der Form Gorazde notiert, später im Jahre 1531 – Gorazdi. Seine Etymologie stammt von dem altpolnischen Namen Gorazd. Hier ist die Kapelle-Glockenturm aus dem Anfang des XX. Jhd. sehenswert. Sie war eine Art Kirche. Hier haben sich die Gläubigen zu Maiandachten oder Rosenkranzandachten im Oktober versammelt. Heute beten die Gläubigen in der Kirche des Seligen Czeslaw, erbaut in den Jahren 1984-1989. Hier kann man auch die Batterie der Kalköfen, d.h. zwei Schachtöfen zum Kalkausbrennen aus dem Jahre 1823 sehen. Die Perle des Dorfes ist das vielfältig funktionierende Konferenzzentrum Górażdże Cement S.A., die ein Teil des Weltkonzerns Heidelberg Zement ist. Die alle begrüßende aus Stein angefertigte Statur des Dinosaurus, symbolisiert nicht nur das alte Reptil aus den Ausgrabungen in Krasiejów (Schönhorst)/Gemeinde Ozimek (Malapane)/, sondern auch riesige, unzählbare Schätze, die unser Oppelner Land zu bieten hat.
 
|
|